Gemeinsames Treffen der SPD-Fraktionen - SPD-Kreisräte TIR und WUN beraten landkreisübergreifend

Veröffentlicht am 04.05.2019 in Kreistagsfraktion

Es ist inzwischen eine kleine Tradition geworden, dass sich in lockeren Abständen die SPD-Kreisrätinnen und Kreisräte der Landkreise Tirschenreuth und Wunsiedel zu gemeinsamen Beratungen treffen. Gastgeber war dieses Mal der Kreisverband Tirschenreuth. Stellvertretender Fraktionssprecher Uli Roth eröffnete und begrüßte im Landgasthaus Steinwald in Pullenreuth die Gäste aus Wunsiedel. Auf Initiative und Einladung des terminlich verhinderten Kreisvorsitzenden Rainer Fischer war Peter Zimmert zu den Genossen gekommen, um das Erfolgs-Projekt BAXI des Landkreises Tirschenreuth vorzustellen.

Zimmert, der im Landratsamt für den Fachbereich ÖPNV zuständig ist, erläuterte ausführlich und sachkundig, wie es gelungen ist, das Projekt BAXI zum Erfolg werden zu lassen. Von der Bestandsaufnahme der Arten an Mobilität bis hin zu den abgefragten Bedarfen der Bevölkerung zeigte er auf, welche Anforderungen an einen modernen öffentlichen Personennahverkehr gestellt werden. Er verwies auf die Einmaligkeit dieses Angebots, stellte perspektivisch die Einführung von E-Baxis und anderen neuen Ideen vor. Natürlich koste dies Geld, das seitens des Landkreises aufgebracht werden müsse. Wenn man aber vergleiche, was man für die rund 700.000 Euro bekomme, die jährlich für den Bereich ÖPNV aufgewendet werden, könne man auf ein breites und gut angenommenes Angebot verweisen, um das uns mach anderer Landkreis beneidet, so Zimmert. Er ging auch auf Parallelen zum Landkreis Wunsiedel ein, in dem an Stelle des "Dermimboard" ein Nightliner für Event-Fahrten eingesetzt wird.

Zimmert bekam viel Applaus von den beeindruckten Kreisräten aus dem Nachbarlandkreis. Fachkundig beantwortete er alle Fragen. Zum Schluss seiner Ausführungen dankte ihm Uli Roth stellvertretend für beide Fraktionen für seine Ausführungen und überreichte ein Getränk aus einer heimischen Brennerei.

Es entspann sich eine längere Diskussion, ob man einen erneuten gemeinsamen Anlauf unternehmen solle, um dem VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) beizutreten. Bürgermeister und Kreisrat Peter König (Neusorg) verwies dabei auf einen Brief mit einer entsprechenden Anfrage, den er an Landrat Wolfgang Lippert adressiert habe. In diesem Schreiben bittet Bürgermeister König um eine baldige und intensive Prüfung, ob unter den aktuell grundlegend geänderten Bedingungen der Landkreis Tirschenreuth dem VGN beitreten könne.

Die Bahnhöfe der Gemeinden Neusorg, Immenreuth und der Stadt Waldershof liegen an der Bahnlinie Nürnberg-Marktredwitz. Damit wäre der VGN-Tarif nach einem Beitritt durchgängig darstellbar. Wie aus Beschlüssen der Staatsregierung zu entnehmen ist will sich der Freistaat Bayern künftig stärker an der Finanzierung regionaler Verkehrsverbünde beteiligen.

Somit sollten weitere Gespräche zur Aufnahme in das Verbundsystem geführt werden und auch mögliche staatliche Förderungen sollten angesprochen werden, so Peter König. Nach Meinung von Dr. Birgit Seelbinder wären momentan unter gewissen Umständen sogar die Beitrittskosten zum VGN förderfähig. Hier gelte es, den aktuellen Stand erneut zu prüfen. Die ehemalige Oberbürgermeisterin von Marktredwitz sah durchaus gute Chancen, in diesem Verkehrsverbund eine spürbare Verbesserung der Bahnanbindung an die Metropolregion Nürnberg zu erreichen. Nachdem mit dem BAXI ein Modellprojekt des Landkreises Tirschenreuth intensiver betrachtet worden war, forderte Uli Roth als Sitzungsleiter die Wunsiedler Kollegen auf, von deren Image-Kampagne "Freiraum für Macher" zu berichten.

Landratskandidat Holger Grießhammer wusste hier von viel Medienaufmerksamkeit zu berichten und nannte bereits erste Erfolge, die aus dieser Netz-Kampagne über die sozialen Medien wie Facebook oder Instagram entstanden seien. So sei spürbar, dass wieder vermehrt junge und gut ausgebildete Leute in den Landkreis Wunsiedel zurückkehrten. Voraussetzung seien aber hochwertige und hochqualifizierte Arbeitsplätze, so Grießhammer. Ziel der Kampagne sei es ein verstaubtes Image anzulegen und die Fichtelgebirgsregion attraktiv und "sexy" darzustellen. Es lohnt, sich, hier zu leben, so Grießhammer.

Nur kurz wurden im Rahmen der gemeinsamen Arbeitssitzung noch die Themen HGÜ-Gleichstromtrasse und die Stabi-Hilfen angesprochen. Alle Anwesenden waren sich einig, diese Form des gegenseitigen Austauschs auch in der Zukunft auf jeden Fall weiter zu verfolgen. Für die SPD-Fraktion aus Wunsiedel bedankte sich Kreisrätin Uschi Schricker bei den Tirschenreuther Kollegen, die gute Gastgeber waren.

 
 

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