Maikundgebung: 3000 Euro für Pflegekräfte

Veröffentlicht am 03.05.2018 in Ortsverein

Brigitte Scharf hat an Leidenschaft bei ihren Reden nichts verloren.

Mehr Geld für Pflegekräfte fordert Brigitte Scharf bei der Mai-Kundgebung in Immenreuth. Sie sagt auch, wer das bezahlen soll.

Der Tag der Arbeit sei ein wichtiger Tag, stellte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Alfred Schuster, bei der Begrüßung zum Weißwurstfrühschoppen am Dienstag in der Aula des Schulzentrums heraus. Er machte auf die ständigen Änderungen in der Arbeitswelt aufmerksam und sah in der Industrie 4.0 eine neue Herausforderung, wenn digital vernetzte Systeme eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion ermöglichen werden. Die Frage nach der Verteilung der Arbeit und der Gelder werde uns massiv beschäftigen, betonte Schuster nach der Begrüßung der Referentin Brigitte Scharf. Den musikalischen Ton beim Weißwurstfrühstück gab die Stadtkapelle aus Kemnath an.

Nach wichtigen Bausteinen der Zukunft griff Brigitte Scharf in ihrem leidenschaftlich vorgetragenen Referat. Auf ihnen standen die Begriffe Gesundheit und Pflege, Kranken- und Rentenversicherung. Den Krankenkassen warf sie vor, mit der Bildung milliardenschwerer Rücklagen die kleinen Krankenhäuser zu vernichten. Bei der Pflege von Menschen fehlten nicht die erforderlichen Pflegeplätze sondern das nötige Pflegepersonal. Pflegebedürftige könnten nicht mehr aufgenommen werden, weil Mitarbeiter fehlten, deren Arbeit unter ständigem Zeitdruck nicht richtig honoriert und auch nicht anerkannt werde.

Pflegekräfte, müssten mindestens 3000 Euro im Monat erhalten, meinte Scharf. Bei der Finanzierung sah sie nicht die Beitragszahler, sondern den Bund in der Pflicht. Erhöhten Beiträgen zur Pflegeversicherung erteilte sie eine Absage. Erfreut registrierte die Referentin die wieder hergestellte paritätische Finanzierung der Krankenversicherung, wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber die gleichen Anteile in die Krankenkasse einbezahlen. Hier machte sie gleich einen kleinen Ausflug in die Entwicklung der Einkommen. Als paradox wertete die Bezirkstagskandidatin die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich. Gerechtigkeit forderte Scharf ganz besonders bei den Renten, von denen viele nicht mehr leben könnten. „Der Arbeitsmarkt muss in Ordnung gebracht werden“, appellierte sie und dazu, dass nach erbrachter Arbeitsleistung die Rente zum Leben reichen müsse. Das niedrige Lohnniveau im Landkreis Tirschenreuth führe nicht dazu, auch nicht, wenn Arbeitnehmer über viele Jahre den gleichen Lohn erhalten, stellte sie fest. Dadurch sinke der Rentenanspruch durch geringere Rentenpunkte aufgrund der Orientierung am steigenden Durchschnittslohn.

Als stark benachteiligt stufte die Rednerin Alleinerziehende und die ungleich bewerteten Kindererziehungszeiten ein. Hier sprach sie sich dagegen aus, die Erziehungszeit für Kinder aus dem Rententopf zu finanzieren. Der finanzielle Ausgleich in der Rente für Kindererziehungszeiten könne nicht Aufgabe derjenigen sein, die in die Rentenkasse zahlen. Vielmehr sah Scharf hier eine ganzheitliche Verantwortung der Gesellschaft mit der Verpflichtung des Staates, diese Aufwendungen als Gesamtaufgabe zu tragen. Ihr Referat schloss Scharf mit der Forderung nach den gleichen Anteilen für alle am Wohlstand in der Gesellschaft.

Bild und Text: bkr

 
 

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