Besuch bei der Lebenshilfe: Von Krippe bis Wohnen

Veröffentlicht am 30.12.2019 in Presse

Die Besuchergruppe der SPD mit Kreisvorsitzender Brigitte Scharf und Landratskandidat Thomas Döhler

Stadtratsmitglieder, Kreis- und BezirksrätInnen des SPD Kreisverbands Tirschenreuth besuchten die Lebenshilfe in Mitterteich und informierten sich über die Arbeitsbereiche

Geschäftsführer Berthold Kellner freute sich am Montag die 16köpfige Delegation des SPD Kreisverbands Tirschenreuth in der Lebenshilfe begrüßen zu dürfen. MdL Annette Karl war bereits zur Mitgliederversammlung im November gekommen, um aktuelle Themen und Anliegen aus dem Arbeitsfeld Menschen mit Behinderungen mitzunehmen. Beim Weihnachtsbesuch kamen Bezirksrätin Brigitte Scharf, Landratskandidat und langjähriges Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Thomas Döhler, die Kreisrätin Sybille Bayer, Kreisrat Johann Brandl und Alfred Schuster sowie die BürgermeisterkandidatInnen Nicole Fürst, Isgard Forschepiepe und diverse Stadtratsmitglieder der SPD. Sie zeigten sich beeindruckt von der Vielseitigkeit der Arbeitsfelder der Lebenshilfe: neben den bereits bekannten Angeboten von Frühförderung, SVE, Schule und HPT, OBA und Netzwerk Inklusion bis hin zur Integrationsfirma kamen neu wachsende Angebote im Bereich Krippe, Schulbegleitung und Wohnen dazu.

Begonnen bei den Kleinsten schilderte Berthold Kellner die Planungen bezüglich des inklusiven Hauses für Kinder. Dank der Förderung durch Sternstunden könnte hier über Grundförderung hinaus auf die besonderen Bedarfe reagiert werden. „Mit dem Kinderhaus wächst das Portfolio der Lebenshilfe“, so Kellner. Hans Brandl bedankte sich auch im Namen des Stadtrats von Mitterteich für die Bereitschaft, neue Betreuungsplätze zu schaffen: „Umso mehr freut mich das neue inklusive Angebot, das ganz normale Miteinander. Mitterteich und Lebenshilfe – das gehört zusammen, das ist ein Stück.“ Ab September 2020 wird es eine Übergangslösung für das noch nicht fertig gestellte Gebäude geben. „Wir lassen die Eltern nicht hängen.“ Eine erste Krippengruppe besteht bereits seit September – noch in den Räumlichkeiten der Lebenshilfe.

In den Frühförderstellen in Mitterteich, Tirschenreuth, Kemnath und Speichersdorf werden über 300 Kinder von über 40 MitarbeiterInnen gefördert. Brigitte Scharf stärkte dieses Engagement: „Alle Eltern wünschen sich, ein gesundes Kind zu haben, das sich gut entwickelt. Wenn es Schwierigkeiten gibt, ist eine frühe Hilfe sehr wertvoll. Je früher, desto besser.“

Thomas Döhler interessierte sich besonders für den Umgang mit dem Fachkräftemangel: „Wie intensiv ist er für die Lebenshilfe spürbar?“ Berthold Kellner schilderte die geringere Zahl der Bewerbungen, beschrieb aber auch die Stabilisierung durch Zugänge über die Vielzahl an PraktikantInnen von Hoch- und Fachschulen im Haus und Menschen, die aus dem Schichtdienst oder anderen Arbeitsfeldern wechseln wollen.

Die Lebenshilfe hat derzeit mehrere Bauprojekte: nicht nur das Haus für Kinder in Mitterteich, sondern auch der Umbau der ehemaligen Grundschule in Waldeck. In diesem gemeindlichen Leerstand soll in einem Teil des Gebäudes ab Herbst 2020 die SVE mit Förderschwerpunkt Lernen, Verhalten und Sprache unterkommen, die aus dem Kinderhaus in Kastl ausgezogen ist. Das dritte Bauprojekt ist das Kurzzeitwohnen in der Vorstadt in Mitterteich. Auf 140m² sollen 4 Wohnplätze für die vorübergehende Betreuung von Menschen mit Behinderungen geschaffen werden, wenn die Eltern entlastet werden müssen. Die Realisierung ist nur mithilfe der Städtebauförderung möglich. Franziska Höltl von der OBA, die das Wohnprojekt zukünftig betreuen wird, ergänzte: „Das ist eine wichtige Ergänzung zu den individuellen familienentlastenden Angeboten zuhause und den Gruppen-Wochenend- und Ferienbetreuungsangeboten.“ Brigitte Scharf nannte dies ein Paradebeispiel für eine Reaktion auf ein fehlendes Angebot im Landkreis Tirschenreuth. Die SPD erklärte sich bereit, das Projekt zu unterstützen: „Inklusion ist ein Grundwert der Sozialdemokratie. Der Grundstein ist gelegt. Wir zahlen gerne die Gardinenstangen.“

Frau Höltl ist auch zuständig für das Ambulant Unterstützte Wohnen, eine niedrigschwellige Betreuung für Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung. Derzeit werden 4 Personen betreut, 7 sind beantragt. Alles begann mit der Erbschaft eines Hauses in Weiden. Seit 2017 befindet sich das Angebot im Aufbau. Die Menschen werden unterstützt in den Teilhabebereichen Soziale Beziehungen, Selbstversorgung und Alltagsanliegen wie Schriftverkehr. Bis 2021 ist das Projekt von Aktion Mensch gefördert.

Weitere Themen des Besuchs waren die Entwicklungen im Bereich Schule: Der Landkreis Tirschenreuth wird Inklusionslandkreis. Die entsprechenden Stellen sind bereits rege im Austausch und entwickeln gemeinsam neue Ideen, wie von Kindergarten über Schulbegleitung bis Förderzentrum Inklusion gut gemacht werden kann.

Weiterführend wurden auch inklusive Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen diskutiert. Die Werkstätten böten natürlich eine unschlagbare Absicherung für die Beschäftigten, mit ausgelagerten Arbeitsplätzen könne aber eine neue Qualität von Anerkennung geschaffen werden. Bei der Integration in eine Integrationsfirma oder den ersten Arbeitsmarkt kann aber bereits die Beförderung schon eine Hürde darstellen.

Im Netzwerk Inklusion gibt es neue Entwicklungen zum Bereich Förderung von Ehrenamt. Ehrenamt kann eine Brücke in den Beruf oder die Verwurzelung in der Region sein. Deswegen soll das Thema neu belebt werden. Auch deutsch-tschechische Projekte werden 2020 wieder auf der Tagesordnung stehen. Dank ging an den Kreistag für die Unterstützung des Projekts: „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal des Landkreises!“

Bericht im O-Netz: https://www.onetz.de/oberpfalz/mitterteich/politiker-informieren-ueber-arbeit-lebenshilfe-id2927133.html
 
 

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